Es ist schon ganz schön schwierig Schule & Leistungssport unter einen Hut zu bekommen ....

So sieht bei mir ein ganz normaler Schul- und Trainingstag aus….

..... an allen Tagen (bis auf den Montag) beginnt mein Tag mit einer 2-stündigen Trainingseinheit auf dem Eis von 7.30-9.30 Uhr. Diese verlangt natürlich eine gute Erwärmung, weshalb wir uns meist bereits um 7.00 Uhr in der Eishalle einfinden. So früh am Morgen fällt natürlich jede Bewegung schwer, aber man muss sagen man gewöhnt sich ein wenig an die frühen Trainingszeiten. Trotzdem wäre es uns beiden natürlich lieber, wenn wir doch etwas später mit dem Training beginnen können, nur das geht leider nicht, da um 9.50 Uhr mein Unterricht beginnt. In der Früheinheit auf dem Eis trainieren wir hauptsächlich die Pflichttänze und arbeiten hierbei an dem vorgegebenen Spurenbild, an der Reinheit der zu laufenden Kanten und nicht zuletzt natürlich an der Präsentation und Musikalität. Sollte am Ende noch Zeit für die Elemente unserer Programme bleiben, so werden auch diese noch mal geübt.

 

Danach beginnt um 9.50 Uhr mein Schulunterricht. Dieser dauert zumeist bis 15.00 Uhr, manchmal auch länger (bis 15.50 Uhr). Aber danach ist noch lange nicht Schluss mit den Schulaufgaben. Dann heißt es die erteilten Hausarbeiten zu erledigen, Vorträge auszuarbeiten oder den neuen Stoff der unterschiedlichsten Fächer zu wiederholen, denn in jeder Unterrichtstunde könnte es eine mündliche Leistungskontrolle geben. Das heißt also, dass dafür locker noch mal 2-3 Std. drauf gehen und wenn ich das alles zwischen dem Unterrichtschluss und dem Trainingsbeginn am Abend um 18.00 Uhr nicht schaffen sollte, so muss ich mich am Abend nach 22.00 Uhr noch mal daran setzten, dann wenn andere den Abend „Abend“ sein lassen und vor dem TV sitzen und ihre Lieblingssendungen schauen, Freunde treffen oder einfach mal die Seele baumeln lassen. Schade, das sind Dinge, die ich sehr vermisse und die mir so sehr fehlen!!!

 

Im Abendtraining beginnen wir immer um 18.00 Uhr mit einer Balletteinheit als Erwärmung und Einstimmung für das Eistraining. Hier legt unsere Balletttrainerin Jutta Deutschland immer sehr viel Aufmerksamkeit auf weiche Arm- und Körperbewegung, sowie auf Körperspannung und eine sehr gute Streckung der Beine. Diese Fähigkeiten helfen uns sehr auf dem Eis, sind jedoch schwer umzusetzen. Aber jeder Anfang ist schwer, wie man so gerne sagt.

Im Eistraining im Anschluss stehen dann immer der Orginaltanz und die Kür auf dem Programm. Hier gilt es vor allem die zuvor trainierten Schwerpunkte des Balletttrainings auf dem Eis umzusetzen und unsere Elemente mit entsprechendem Schwierigkeitsgrad sauber auszuführen. Oftmals müssen wir auch eines der beiden Programme in voller Länge durchlaufen, was jedes Mal ein enormer Kraftakt darstellt. Danach müssen dann noch die Stellen, die nicht so optimal liefen in Form von kleineren Teilen wiederholt werden.

 

Nach einem solchen Tagesablauf ist man am Abend wirklich sehr K.O.. und möchte eigentlich nur noch in sein Bett „fallen“ und schlafen. Doch wie gesagt zumeist, ist das nicht möglich, da noch die verbliebenen Hausarbeiten erledigt werden müssen.

 

Auch am Wochenende wird selbst verständlich sowohl vormittags als auch nachmittags für jeweils 2 Stunden trainiert. Ansonsten heißt es auch hier wieder die Schulaufgaben zu erledigen und möglicht schon so viele wie möglich der Aufgaben für die kommende Woche zu schaffen. Somit geht damit auch der ganze Sonntag für Hausarbeiten drauf, an diesem Tag haben wir allerdings unseren trainingsfreien Tag.

 

Leider bleibt auch für die Familie & Freunde, als auch für die eigenen Interessen nicht wirklich viel Zeit, was nicht so erfreulich ist und sozusagen ein großes „Opfer“ für die Schule und den Leistungssport darstellt. Man muss also wirklich wissen wieso man sich diesen ganzen Stress antut, was die eigene Motivation darstellt und vor allem muss man mit Laib & Seele dabei sein.

 

Viel Unterstützung und Rückhalt erhalte hier von meinen Trainern René Lohse und Jutta Deutschland, die immer Verständnis aufbringen wenn es mal nicht so gut geht. Und natürlich auch Tim, der mich auch mal erträgt, wenn ich bereits völlig fertig und genervt zum Training komme, oder schon völlig überdreht bin, er ist einfach sehr tolerant und bringt viel Verständnis auf, zum Glück!

 

Diese Doppelbelastung des Leistungssportes und es Absolvierens eines Abiturs ist wirklich enorm. Durch gute Organisation, viel Disziplin und vor allem durch die Unterstützung meines Trainingsteams und meiner Familie ist das alles nur so möglich ....

..... hätte ich nicht diesen Stress .... wüsste ich aber sicherlich schon nach einer Woche Erholung nicht mehr, was ich dann mit der vielen freien Zeit anfangen sollte .....

Gruß Eure Steffi